Inszenieren Sie Ihre Immobilie für den Verkauf
Grundsätzlich gibt es in jedem Markt mehr Angebot oder mehr Nachfrage. Ist die Nachfrage größer als das Angebot, rennen Ihnen mögliche Interessenten beim Verkauf Ihrer Immobilie im wahrsten Sinne des Wortes die Bude ein. Leider ist momentan genau das Gegenteil der Fall: Das Angebot ist größer als die Nachfrage, wir haben einen so genannten Käufermarkt. Für Sie als Verkäufer heißt das: Sie müssen etwas tun, um Ihren möglichen Interessenten die Braut schmackhaft zu machen. Hier finden Sie ein paar Tipps, wie Profis dabei vorgehen.

 
Hausputz
Es ist, als käme die Schwiegermutter zu Besuch. Bringen Sie Ihr Haus oder die Wohnung auf Hochglanz. Dazu gehören auch Fußleisten, Türen, Ecken … Achten Sie auch auf Spinnweben an den Decken. Wichtig sind vor allem die Fenster: Sie sind die Augen (und Seele) Ihrer Immobilie und müssen erwartungsvoll strahlen. Selbst wenn Sie schon im Umzug stecken: eine unordentliche, verschmutzte Wohnung kostet Sie beim Verkauf bares Geld – da zahlt sich der Einsatz einer externen Putztruppe aus.
 
Reparaturen
Schönheitsreparaturen sind wichtig. Kaputte Stufen, angeschlagene Ecken … Ihr Interessent will das Gefühl haben, ohne große Kosten hier einziehen zu können.
 
Entpersonalisierung
Dies ist der wichtigste Begriff für Ihre Immobilienschau! Er bedeutet, dass Sie so viele persönliche Dinge wie möglich wegräumen und schon einmal verpacken. Fotos, Nippes, Briefe, stapelweise Zeitschriften … ein eher unpersönlicher “Hotel-look“ lässt dem Interessenten Raum für sein eigenes Lebensgefühl – und das ist alles, was an diesem Tag zählt.
 
Platz schaffen
Mit der Zeit haben sich oft (zu) viele Möbel angesammelt. Sie verkaufen heute jedoch keine Möbel, sondern einen Lebensraum – und der muss sichtbar und damit fühlbar sein. Das Gefühl von Enge, das vollgestellte Räume vermitteln, wird sich sonst beim Interessenten kaufverhindernd auswirken. Verlagern Sie überfüssige Möbel in einen Raum, den Sie z. B. bei einer Spedition anmieten.
 
Spiel mit Licht & Spiegeln
Bevor Sie selbst verkaufen, machen Sie einmal eine private Besichtigung mit und erleben Sie dunkle Räume. Das ist besonders oft bei leeren Objekten der Fall. Kaufen Sie genügend Stehlampen (Preis um 20 Euro), die das Licht nach oben strahlen und dimmbar sind. Entfernen Sie schwere, dunkle Vorhänge von den Fenstern und lassen Sie Licht hinein. Eine weitere Idee: Der geschickte Einsatz von Spiegeln schafft zusätzlich Licht und Raum.
 
Luftduft
Jeder Raum hat seinen eigenen Geruch und der beeinflusst unbewusst unsere Wahrnehmung. Lüften Sie vorher ausreichend. Tipp: Es gibt heute spezielle Raumdüfte, die den Eigengeruch (Zigaretten, Haustiere etc.) vollständig abbauen und einen Hauch von Orange, Schokolade oder sogar frisch gemähtem gras hinterlassen.
 
Unterlagen
Das brauchen Sie: aktuelle Grundrisse, Grundbuchauszug, Beleihungsunterlagen, Energiepass und mögliche Umbaugenehmigungen. Bei Wohnungen kommen noch der Wirtschaftsplan, die Mietverträge, Teilungserklärung und Eigentümerprotokolle dazu.
 
Fotografe
Sofern Sie selbst kein Profifotograf sind, gibt es nur einen guten Rat: Fotografieren Sie bitte nicht selbst! Machen Sie keine Experimente, Sie verkaufen hier keinen 100-Euro-Artikel über eBay. es geht einfach um zu viel Geld! Beauftragen Sie zum Beispiel einen Hochzeitsfotografen aus Ihrem Ort. Sorgen Sie für die entsprechende Deko und investieren Sie zwei Stunden Zeit bei schönem Wetter. Das Shooting kostet um 150 Euro. Schlechte Fotos kommen Sie später indirekt viel teurer zu stehen.
 
Exposé
Auch oder gerade als Privat-Verkäufer ist ein kleines aber feines Exposé essentiell. Hier findet der Interessent alle wichtigen Informationen auf einen Blick. Ihr Exposé können Sie ausdrucken und vorab zusenden. Oder sie wandeln Ihr ExposÉ in ein “PDF“ um – eine Datei, die jeder lesen kann und die Sie Ihren Interessenten per Email zuschicken können. Ein gutes Exposé verstärkt nach dem Besichtigungstermin die positiven Gefühle. Außerdem wird es vom Interessenten oft Freunden und Bekannten gezeigt – und die sind sehr kritisch und manchmal sogar Kaufverhinderer. Außerdem hilft das gute Exposé Ihrem Käufer bei den Finanzierungsgesprächen mit Banken. Investieren Sie etwa 400 - 800 Euro und lassen Sie Profis das für Sie erledigen.
 
Besichtigung
Mit welchem Raum beginnen Sie, wo endet die Besichtigung? Gehen Sie nicht unbedingt nach dem Grundriss vor. niemand muss zuerst das Gäste-WC sehen. Starten Sie mit einem kleinen Highlight – vielleicht der Küche – und zeigen Sie den schönsten Raum zum Schluss: den Balkon mit der tollen Aussicht. Der letzte Eindruck bleibt nämlich immer haften! Zur Dramaturgie gehört der richtige Zeitpunkt. Wenn Sie ein Haus verkaufen wollen, das einen schönen Garten hat, ist ein Regentag ein No-go, also Termin verschieben. Abendtermine im Dunkeln sind oft tödlich fürs Verlieben, anders als beim privaten Rendezvous in der Bar. Manchmal lohnt es sich sogar, die gesamte Vermarktung vom Winter in das Frühjahr zu verschieben.


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